Der Start ins Abenteuer Kanada

Der Start ins Abenteuer Kanada

Die Ankunft in Vancouver

Ein Jahr Work and Travel in Kanada… puh das braucht eine entsprechende Vorbereitung, oder auch nicht.
Es kommt meistens eh ganz anders als gedacht und letztendlich macht man sich das beste Bild vor Ort. Also habe ich mich darauf fokussiert, nur die wichtigsten Dinge vorher zu erledigen und möglichst wenig mitzunehmen.
Das Working Holiday Visum beantragen – check. Auslandskrankenversicherung abschließen – check. Flug buchen – check… bleibt nur noch die Frage nach dem Gepäck. Ich habe mich für einen Koffer und einen Tagesrucksack entschieden, da ich so die Vorteile von Koffer und Backpack am besten kombinieren kann. Dann hieß es packen… packen für ein Jahr?
Natürlich unmöglich, also musste ich anders an die Sache ran gehen.

Ich wollte auch deshalb weniger mitnehmen, um einfach unkomplizierter Reisen zu können. Also entschied ich mich sogar nur meinen kleinen Reisekoffer zu nehmen und legte alle Dinge bereit, die ich unbedingt mitnehmen musste.
Du kannst es dir schon denken, der Koffer wollte nicht. Also doch der größere Koffer… selbst hier wurde es knapp, aber es hat gereicht. Noch schnell gewogen, 22,2 kg – doch mehr als gedacht aber immerhin im Rahmen des 23kg Standardreisegepäcks.
Es gab immer noch die ein oder andere Sache, die unbedingt noch in den Koffer musste und so habe ich ihn bestimmt nochmal fünf Mal aufmachen müssen, bevor es dann wirklich losgehen konnte. An der Gepäckaufgabe war dann die spannende Frage: Habe ich noch mehr als 0,8 kg in den Koffer gepackt, nachdem ich ihn gewogen habe? Also Koffer rauf aufs Band und hoffen… 5, 10, 15, 20, 23kg! Genau 23 kg – der Blick der Stewardess war legendär!
Mit dem vorabgebuchten Fensterplatz-Ticket ging es durch die Sicherheitskontrollen zum Gate. Der Flieger sollte eigentlich um 14 Uhr starten, doch aufgrund von zu viel Verkehr – ja jetzt gibt es auch schon in der Luft Stau – sind wir erste eine Stunde später gestartet.

Der Flug

Der Flug verlief ruhig und je nördlicher wir flogen, umso spektakulärer wurde die Landschaft. Schließlich sind wir über Grönland geflogen und spätestens hier hat sich der Fensterplatz wirklich bezahlt gemacht. Einfach Wahnsinn, wie riesig und atemberaubend die Eisberge sind.
Dann haben wir auch schon Nordkanada erreicht, doch bis nach Vancouver waren es noch über vier Stunden Flug… das sind die Strecken in Kanada!
Auch hier war die Landschaft einzigartig, tausende von Seen, Flüsse, Berge und natürlich das Meer.
Spätestens jetzt freute ich mich riesig auf Kanada, auf diese unendliche Weite, aber natürlich auch auf die Metropolregionen.

Gegen 16 Uhr Ortszeit landeten wir sanft auf dem Airport in Vancouver. Es war so aufregend, zum ersten Mal war ich außerhalb von Europa und sofort fiel mir das auch bei den Autos auf: Sie sind massiver und vor allem lauter – Nordamerika eben.

Das ist Kanada

Nun kam die erste Herausforderung auf kanadischem Boden, ich wollte mein Working Holiday Visum aktivieren, um auch in Kanada arbeiten zu können.
Nach der Passkontrolle musste ich den Grund meiner Reise mitteilen, während dieses Prozesses haben mir mehrere Officers Fragen gestellt, meine Papiere kontrolliert und mich intensiv beobachtet. Aber sie waren trotzdem sehr freundlich und insgesamt lief das Einreisen gut. Ich musste mich anschließend im „Immigration Office“ melden und nach einer Stunde Wartezeit bekam ich tatsächlich meine Arbeitserlaubnis ausgestellt.

Ich ging raus in Richtung der öffentlichen Verkehrsmittel und schaute erstmal auf einer Tafel, wo ich überhaupt hinmuss – Internet hatte ich natürlich noch keines.
Als ich da so stand, kam plötzlich eine Frau auf mich zu und fragte mich:
„Do you need this?“ und hielt mir eine blaue Karte hin. Ich wunderte mich nur – dachte erst sie will mir etwas verkaufen – und sagte: „No thanks.“
Gut, als ich 2 min später am Automaten ein Ticket gekauft habe, kam eben jene blaue Karte raus – die Frau wollte mir nichts verkaufen, sondern mir einfach nur ihr Tagesticket überlassen. Wow, das ist also Kanada!
Ich hatte die ersten drei Nächte in einem Hostel bereits von Zuhause gebucht und fuhr jetzt in Richtung Bett, es zwar erst 18 Uhr, doch durch die Zeitverschiebung war es für mich Mitten in der Nacht nach einem 10 Stunden Flug.
Die letzten Meter musste ich mit einem Bus zurücklegen und als der Bus kam, stellten sich auf einmal alle Menschen in einer perfekten Reihe auf und gingen am Fahrer vorbei in den Bus. Ich wollte natürlich erstmal hinten einsteigen, doch in Kanada läuft das alles ein bisschen anders. Es ist sogar gewöhnlich, dass man den Busfahrer beim Einsteigen grüßt.
Der Bus war voll und ich stand beim Aussteigen mit meinem Koffer mitten im Weg, aber die Leute waren total gelassen und haben sich sogar bedankt, als ich ihnen etwas Platz gemacht habe – etwas, dass man in Deutschland selten erlebt.
Ich war so begeistert von Kanada und dabei bin ich ja gerade erst vom Flughafen zum Hostel gefahren. Ich war plötzlich nicht mehr müde und entschied mich an den Strand zu gehen – keine 2 min vom Hostel entfernt.
Von dort hatte ich einen phantastischen Blick auf den Sonnenuntergang und neben mir spielten ein paar Kanadier Hockey. Es war wie im Film.

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